Claudia Mulbach, Norbert Hugo
Kölnerstr. 12
54634 Bitburg
Telefon: (06561) 69 52 33
Fax: (06561) 69 54 93
E-Mail: physiobitburg1@t-online.de
Schreiben Sie uns!
08:00 - 19:00 Uhr
08:00 - 17:00 Uhr
08:00 - 15:00 Uhr
08:00 - 19:00 Uhr
08:00 - 14:00 Uhr
Durch das Aktivieren der Karte erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt und Daten an Google übermittelt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
News
"Seit Amtsantritt der Bundesregierung wurden wichtige Weichen gestellt, um unser Gesundheitssystem für die Zukunft aufzustellen, die 2026 konsequent fort- und umgesetzt werden. Die Herausforderungen könnten kaum größer sein, doch sie bieten die Chance, die Strukturen für eine gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung zu schaffen und unser Solidarversprechen zu erneuern.
Mit dem Transformationsfonds starten wir einen ganz wichtigen Mechanismus, um die Strukturveränderungen der Krankenhäuser zu finanzieren. Insgesamt stehen in den kommenden zehn Jahren dafür bis zu 50 Mrd. Euro bereit, von denen der Bund 29 Mrd. Euro übernimmt. Damit senden wir ein starkes Signal an die Menschen in unserem Land, dass wir Verantwortung für eine moderne und flächendeckende Gesundheitsversorgung übernehmen.
Mit dem Ziel der nachhaltigen Finanzstabilisierung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer guten und flächendeckenden Gesundheitsversorgung stehen beide Säulen des Sozialstaates, die in meine Zuständigkeit fallen, vor den größten Reformen der letzten Jahrzehnte. Die fachliche Grundlage für die Pflegereform wurden von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet, die FinanzKommission Gesundheit wird für die gesetzliche Krankenversicherung Ende März ihre Konzeptvorschläge vorlegen, die unmittelbar in die Gesetzgebung fließen. Für beide Reformen ist das klare Ziel, die Wirksamkeit bereits ab 2027 zu entfalten.
Durch die Apotheken- und Notfallreform sollen die Strukturen im Gesundheitswesen gestärkt und effizienter genutzt werden, um die Versorgung auch in Zukunft flächendeckend sicherzustellen. Für das geplante Primärversorgungssystem wird der Beteiligungsprozess im Januar eingeleitet. Bei all diesen Strukturveränderungen wird die Digitalisierung ein zentraler Baustein sein, für deren Stärkung wir ein umfassendes Gesetzespaket derzeit erarbeiten."
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken
Zu den konkreten Änderungen:
Krankenhausreform
Start des Krankenhaus-Transformationsfonds
Die Fördermittel aus dem Krankenhaus-Transformationsfonds werden ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung gestellt. Die Modernisierung der Krankenhausstrukturen wird mit insgesamt bis zu 50 Mrd. Euro bis 2035 gefördert.
Digitalisierung
Elektronische Patientenakte (ePA)
Ab dem 1. Januar müssen Software-Systeme im Einsatz sein, die eine sogenannte Konformitätsbestätigung für die Nutzung der ePA erhalten haben und somit „ePA-Ready“ sind. Ärztinnen und Ärzte, die Systeme nutzen, die nicht ePA-fähig sind, können ihre Leistungen nicht mehr abrechnen (§ 372 Abs. 3 SGB V). Um Härtefälle zu vermeiden, können die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen solche Härtefälle in einer Auslegungsrichtlinie adressieren. Für den Fall, dass ein Leistungserbringer das ePA-Update im Laufe des 4. Quartals nicht nachgewiesen hat, wird die TI-Pauschale gekürzt.
Pflege
Befugniserweiterung
Pflegefachpersonen erhalten die Befugnis zur eigenverantwortlichen Heilkundeausübung, d.h. sie können in einem bestimmten Rahmen Aufgaben übernehmen, die vormals Ärzten vorbehalten waren. Um welche Leistungen es sich handelt, wird von der Selbstverwaltung in Verträgen festgelegt. Auf der Grundlage der gesetzlichen Änderungen kann die Selbstverwaltung ab dem 1. Januar 2026 die Vertragsverhandlungen durchführen.
Die Organisationen der Pflegeberufe sollen in Zukunft stärker an wichtigen Entscheidungen im Gesundheits- und Pflegebereich beteiligt werden. Deshalb wird die Beteiligung dieser Organisationen einheitlich im § 118a SGB XI-E geregelt.
Umfangreiche Maßnahmen zum Bürokratieabbau
Um Qualitätsprüfungen störungsfrei durchzuführen und gleichzeitig die pflegerische Versorgung gut zu gewährleisten, werden die Prüfungen durch die Medizinischen Dienste (MD) künftig frühzeitiger angekündigt.
Wie für die vollstationäre Pflege bereits eingeführt, soll künftig auch für ambulante Pflegedienste und teilstationäre Pflegeeinrichtungen, deren Qualitätsprüfung als Ergebnis ein hohes Qualitätsniveau aufweist, der Zeitraum bis zur nächsten Prüfung von einem auf zwei Jahre verlängert werden.
Der Umfang der Pflegedokumentation ist gesetzlich auf das notwendige Maß begrenzt. Dieses Prinzip wird zusätzlich für den Bereich der Qualitätsprüfung ausdrücklich gesetzlich verankert.
Präventionsberatung
Der Zugang zu Präventionsleistungen für Pflegebedürftige, die in häuslicher Pflege von An- und Zugehörigen und/oder einem Pflegedienst versorgt werden, wird durch zielgenaue Präventionsberatung und durch die Ermöglichung der Empfehlung einer konkreten Maßnahme durch Pflegefachpersonen verbessert.
Die Umsetzung der innovativen „Gemeinsamen Modellvorhaben für die Unterstützungsmaßnahmen und -strukturen vor Ort und im Quartier“ wird kostenneutral bis Ende 2029 verlängert, indem im Kalenderjahr 2028 nicht in Anspruch genommene Fördermittel in das Jahr 2029 übertragen werden können.
Kooperationsprojekt zu Erleichterungen bei der Beantragung von Leistungen
Anträge und Formulare für Pflegeleistungen sollen vereinfacht werden. Hierzu wird beim Spitzenverband der Pflegekassen ein Kooperationsgremium eingerichtet.
Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen
Um die pflegerische Versorgung in innovativen gemeinschaftlichen Wohnformen zu fördern, werden neue Regelungen in das Vertragsrecht, das Leistungsrecht sowie in das Qualitätssicherungsrecht der Pflegeversicherung aufgenommen. Damit werden für Betreibende attraktive und rechtlich sichere Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen, um die ambulante pflegerische Versorgung in einer Vielzahl neuer Wohnformen abbilden zu können. Ergänzend dazu können stationäre Leistungserbringer im Rahmen von Modellvorhaben eine Flexibilisierung ihrer Leistungserbringung im geschützten Rahmen erproben.
Ausbildung
Vorbereitung der bundeseinheitlichen Pflegeassistenzausbildung
Die bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung soll im Jahr 2027 starten. Wesentliche Teile des Gesetzes treten daher erst zum 1. Januar 2027 in Kraft.
Um den Beginn der Ausbildung vorbereiten zu können, mussten jedoch bestimmte Regelungen bereits am Tag nach der Verkündung zum 1. November 2025 in Kraft treten. Dazu gehören:
- Verordnungsermächtigungen für die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung und die Finanzierung sowie
- Regelungen zur Erarbeitung eines Rahmenlehrplans und eines Rahmenausbildungsplans.
- Zur Vorbereitung des Beginns der Ausbildung muss zudem die Finanzierung gesichert sein. Insbesondere die Regelungen zur Finanzierung treten daher bereits zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Einrichtung einer Koordinierungsstelle zwischen BfArM und PEI Um die Abläufe zwischen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu harmonisieren und die Zusammenarbeit zu verbessern, wird eine Koordinierungsstelle beim BfArM eingerichtet. Diese trägt der fortschreitenden Entwicklung innovativer Arzneimittel und Kombinationstherapien sowie Forderungen aus der Industrie Rechnung, die administrative und fachliche Zusammenarbeit zwischen den Bundesoberbehörden PEI und BfArM zu verbessern, ohne deren Eigenständigkeit zu berühren.
Gesunde Füße bedeuten Lebensqualität und brauchen regelmäßig Pflege und Bewegung, um dauerhaft ihre Mobilität zu erhalten. Das neue KfH-Trainingsposter mit speziellen Übungen für gesunde Füße und zur Stärkung der Fußmuskulatur kann ab sofort beim KfH bestellt werden, so dass das Training zu Hause starten kann.
Einseitige Belastungen und zu enge Schuhe lassen die Fußmuskulatur degenerieren. Die Folge: Die Füße können sich verformen, die Gewölbe abflachen und oftmals kann es zu Schmerzen kommen. Bereits ein fünf- bis zehnminütiges Training mehrmals die Woche kann solche Beschwerden verhindern oder lindern. Das neue Poster „Mein Trainingsprogramm für gesunde Füße“ im DIN A1‐Format können Interessierte unter info@kfh.de kostenfrei bestellen. Es vereint alle 16 Übungen aus der vierteiligen Bewegungsserie des KfH-Magazins „aspekte“ für Patientinnen und Patienten; diese kann in den aspekte-Ausgaben 2025 unter kfh.de/patienteninformationen nachgelesen und heruntergeladen werden.
Die meisten Menschen, die die Diagnose Morbus Parkinson erhalten, sind über 65 Jahre alt. Doch betrifft Parkinson mittlerweile zunehmend Jüngere, auch im mittleren Alter. „Es verdichten sich die Hinweise, dass bestimmte Chemikalien das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken“, stellt die Ergotherapeutin Amy Orellana, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) fest. Der verstärkte Einsatz von Umweltchemikalien könnte ein Erklärungsansatz dafür sein, weshalb sowohl die Zahl der jüngeren Neuerkrankten, aber auch die Summe aller an Parkinson Erkrankten zunimmt. Einen zentralen Part bei der Unterstützung von Menschen mit Parkinson übernehmen Ergotherapeut:innen.
Parkinson entsteht über Jahre hinweg und rückblickend stellen Betroffene oft fest, dass sie Vorboten wie Schlafstörungen, Depressionen, Verstopfung oder andere Symptome hatten, diese zu diesem Zeitpunkt jedoch (noch) nicht mit Parkinson in Zusammenhang gebracht wurden. Die Diagnose „Parkinson“ können Ärzt:innen erst mit dem Auftreten der Bradykinese, also der Verlangsamung der Bewegungen, stellen. Ab dann spielen neben anderen Fachdisziplinen Ergotherapeut:innen eine maßgebliche Rolle. Sie sind darauf spezialisiert, sich detailliert mit dem Alltag ihrer Patient:innen, die sie im Übrigen als „Klient:innen bezeichnen, zu befassen.
Ergotherapeutischer Ansatz: den Alltag analysieren und Vorlieben herausfinden
Ergotherapeut:innen orientieren sich an der ganz persönlichen Lebenssituation und an den jeweiligen Anliegen und Fähigkeiten ihrer Klient:innen. Was bedeutet das für die ergotherapeutische Intervention bei Parkinson? „Es ist vielfach belegt, dass es hilft, aktiv zu sein und sich zu bewegen, um die Verlangsamung und die Steifigkeit für eine gewisse Zeit aufzuhalten oder hinauszuzögern“, führt Orellana an. Wie andere Fachdisziplinen auch, kümmern sich Ergotherapeut:innen ebenfalls darum, die Symptome zu mildern und aufzuhalten. Eines ist jedoch grundlegend anders: das Paradigma, also die grundsätzliche Denkweise und damit die Ausrichtung ihrer Intervention. Dazu Orellana: „Bei Ergotherapeut:innen geht es um den Alltag, also um all das, was jeden Tag im Leben der Menschen mit Parkinson stattfindet, und darum, die Lebensqualität und -freude zu erhöhen“. Ergotherapeut:innen durchforsten gemeinsam mit ihren Klient:innen, beispielsweise anhand eines Wochenplans und einem Rückblick in die Vergangenheit, wie die einzelnen Tage aussehen und welche Betätigungen ihnen Freude bereiten oder früher Freude bereitet haben. Das Ziel: körperliche Aktivitäten und Interessen finden, an die sich anknüpfen lässt, die sich zum Ausbauen oder Wiederbeleben eignen. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, eine bestimmte Sportart oder überhaupt sportliche Aktivitäten zu finden. Auch andere Betätigungen kommen in Betracht. Hauptsache, der- oder diejenige tut diese Aktivität(en) gerne.
Maßgeschneidert: Ergotherapeut:innen richten Intervention an Parkinsonpatient:innen aus
Dass dieser Ansatz motiviert, leuchtet ein, denn Jede:r kennt das von sich selbst: Auferlegte oder übergestülpte Übungen verschwinden meist schnell wieder aus dem täglichen Programm. Dinge hingegen, die einem etwas bedeuten oder Spaß machen, wiederholt man gerne oft und immer öfter. Die Ergotherapeutin Orellana belegt dies mit Beispielen aus ihrer Praxis. Sie erinnert sich an einen Klienten, der beim gemeinsamen Reflektieren ein Instrument erwähnte, das er vor seiner Erkrankung gespielt hatte. Er war sehr stolz, dass er das schwierige Instrument früher beherrschte und wollte dies gerne wiederbeleben. Erwünschter Nebeneffekt: die Funktion seiner Hände und Finger zu verbessern. Noch vor dem nächsten Termin mit der Ergotherapeutin schaffte er es, Instrumentenunterricht zu organisieren, zu üben und gleichzeitig an seiner Fingerfertigkeit zu feilen. „Ihm war die große Begeisterung und eine unglaubliche Freude schon anzusehen, noch bevor er davon erzählte“, beschreibt Amy Orellana, wie sich diese Herangehensweise bei ihren Klient:innen auswirkt. Die intrinsische Motivation, also der eigene Antrieb, verstärkt sich und es stellt sich eine positive Einstellung und Ausstrahlung ein. „Mit demselben Ansatz lassen sich entsprechende Erfolge in allen Bereichen und sogar auf kognitiver Ebene erreichen“, begeistert sich die Ergotherapeutin. Sie berichtet von weiteren Klient:innen, die sich bei der Reflexion an Aktivitäten erinnerten, die ihnen früher schon Freude bereitet hatten, wie etwa der Besuch von Vorlesungen an der Universität oder andere, geistig anspruchsvolle Betätigungen. „Betroffene erleben wieder Teilhabe und nehmen sich nicht mehr an erster Stelle als einen Menschen mit Parkinson, sondern als Menschen, der aktiv ist, wahr“, bestätigt die Ergotherapeutin, welche neue Perspektive Erkrankte dadurch erhalten: Der Fokus ist, den Blick weniger auf die Symptome, sondern vielmehr auf das zu richten, was Lebensqualität und Lebensfreude bringt.
Ergotherapeut:innen vermitteln Betroffenen und Angehörigen Wissen über Parkinson
Auch das Aufklären über die Krankheit, Ergotherapeut:innen nennen das „Edukation“, hilft an Parkinson Erkrankten, ihren Alltag leichter und selbstständiger zu bewältigen. Ergotherapeut:innen nehmen dazu die Gewohnheiten ihrer Klient:innen unter die Lupe. Den wenigsten Menschen mit Parkinson ist bewusst, dass sie zum Beispiel beim Gehen das Risiko eines Sturzes mindern, indem sie Hilfsmittel einsetzen, um Dinge von A nach B zu bringen: Kaffeetasse auf den Servierwagen, andere Gegenstände in den Umhängebeutel, und so weiter. Gleiches gilt für Gespräche beim (Spazieren-)Gehen: „Dual Tasks“ – zwei Dinge gleichzeitig tun – kann das sogenannte Freezing, das plötzliche Erstarren, auslösen. Das wiederum erhöht die Sturzgefahr von Menschen mit Parkinson. Diese Informationen sind nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen und das Umfeld wichtig. Ergotherapeut:innen schließen immer auch diejenigen mit in ihre Intervention ein, die mit den Menschen mit Parkinson zusammenleben. Wissen Angehörige um all diese Faktoren, können sie entsprechend handeln. Auch wenn es an erster Stelle um den an Parkinson erkrankten Menschen selbst, Anleitungen oder Anregungen für ihn oder sie geht: Ergotherapeut:innen betrachten Angehörige als „erweiterte Klient:innen“ und bauen zu ihnen ebenfalls eine Vertrauensbasis auf. Sie hören sich ihre Sorgen und Ängste an und helfen ihnen, mit den emotionalen Belastungen umzugehen, wenn der Partner oder die Partnerin zusehends abbaut. Auch ermutigen sie sie, (wieder) ihr eigenes Leben zu gestalten, ihre eigenen Sozialkontakte zu beleben. „Haben sie eine „Erlaubnis“ von der Ergotherapeutin, fällt es betreuenden oder pflegenden Angehörigen oft leichter, das eigene Leben wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, Aufgaben abzugeben und das schlechte Gewissen abzulegen“, verdeutlich Orellana eine weitere Besonderheit ergotherapeutischer Interventionen.
Parkinson Paten und weitere Initiativen – Empfehlung insbesondere für Neuerkrankte
Überhaupt haben Ergotherapeut:innen eine Reihe alltags- und lebenspraktischer Vorschläge für die Angehörigen und die Betroffenen selbst. Eine Empfehlung ist die Kontaktaufnahme mit den Parkinsonpaten (https://www.parkinsonpate.org/). Diese Initiative besteht aus Betroffenen, die sich durch eine sehr positive Lebenseinstellung auszeichnen. Neuerkrankte können auf verschiedenen Wegen in Kontakt treten, auf Wunsch auch anonym. Auf welchem Weg auch immer die Kommunikation stattfindet: die Menschen, die als Parkinsonpaten tätig sind, beantworten sämtliche auch noch so heiklen Fragen wertschätzend. Sie sind schlussendlich selbst betroffen und auch daher ausgesprochen empathisch und verständnisvoll. Darüber hinaus gibt es Zusammenschlüsse und Interessensgruppen wie PingPongParkinson Deutschland e.V. (https://pingpongparkinson.de), denen sich Betroffene anschließen können. Gute Optionen, gerade für Neuerkrankte, um festzustellen: es kann noch lange gut gehen. Und dafür, dass es lange gut gehen kann, tun Ergotherapeut:innen ein Übriges, indem sie Menschen mit Parkinson befähigen, sich wieder mehr zuzutrauen und einen möglichst selbstständigen, erfüllten, glücklichen Alltag zu erleben.
Ob morgens beim hektischen Schuheanziehen, mittags zwischen Kochtopf und Schneidebrett oder abends auf weichen Sofakissen – versteckte Ergonomie-Fallen, die unseren Rücken unbemerkt belasten, lauern nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause. „Rückengesundheit endet nicht mit der korrekten Stuhl-Einstellung am Arbeitsplatz. Sie beginnt oft dort, wo wir sie am wenigsten erwarten“, betont Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. Wer rückenfreundlich leben will, sollte daher auch sein Zuhause ergonomisch gestalten. Kleine, originelle Kniffe und ein persönlicher „Belastungscheck“ helfen dabei.
Viele Menschen achten erst dann auf ihren Rücken, wenn er schmerzt – dabei können ergonomische Möbel und rückenfreundliches Verhalten in allen Lebensbereichen und in jedem Alter viel dazu beitragen, Rückenschmerzen vorzubeugen. „Wir unterschätzen, wie sehr uns scheinbar harmlose Alltagsroutinen belasten können“, erklärt Detjen. „Oft reichen schon kleine Veränderungen, um den Rücken spürbar zu entlasten.“
Kleine Tricks mit Wirkung: Vom Wäscheberg zum Küchentresen
Der Klassiker im Flur: Ob im Stehen mit wackeligem Gleichgewicht oder in der Hocke mit belasteten Knien – die gängigen Methoden, Schuhe anzuziehen, sind im Alltag oft unnötig anstrengend und unsicher. Stattdessen empfiehlt sich ein kleiner Tritt oder eine stabile Sitzgelegenheit im Flur für einen sicheren und rückenfreundlichen Stand. Die Waschmaschine sollte möglichst erhöht stehen, um unnötiges Bücken zu vermeiden, besonders bei großen Wäschemengen. In der Küche sollte die Arbeitshöhe an die Körpergröße angepasst werden. Als Faustregel gilt: Abstand vom Boden bis zur Ellenbogenunterkante minus 10–15 cm. Bei bestehenden Küchen können ein höherer Tresen oder Stehtisch sowie eine kleine Fußstütze wertvolle Dienste leisten. „Im Stehen die Füße abwechselnd leicht anheben oder aufstützen, verbessert die Statik enorm. Nicht ohne Grund bieten viele Bars und Kneipen eine solche Fußstütze am Tresen“, erklärt Detjen.
Wohnen, Essen, Baden, Schlafen: Heimliche Hochrisikozonen
Am Esstisch sitzen viele länger als gedacht – beim Lesen, Arbeiten oder Spielen. Bewegliche Stühle, die dynamisches Sitzen erlauben, unterstützen die Muskulatur und fördern wichtige Haltungswechsel. Auf dem Sofa darf auch mal gelümmelt werden – aber bitte nicht stundenlang: Kurze Bewegungspausen beugen Verspannungen vor. Im Schlaf- und Kinderzimmer unterstützt ein gutes Bett den Rücken. „Die Matratze sollte alle 8–10 Jahre ausgetauscht werden“, rät Detjen. Im Badezimmer sind rutschfeste Matten und stabile Einstiegshilfen und Haltegriffe an der Badewanne wichtige Rückenschutzmaßnahmen. Kleiner Ergo-Tipp im Bad: Zähneputzen auf einem Bein trainiert das Gleichgewicht, beugt Stürzen vor und verbessert die Fuß- und Gelenkfunktion.
Gartenfreude statt Gartenstress
Nicht zu vergessen: Garten und Balkon. Hier ermöglichen rückenfreundliche Gartengeräte und Hochbeete das Arbeiten in aufrechter Haltung. „Im Frühling übertreiben es manche im Eifer des Gefechts – und riskieren heftige Rückenschmerzen“, warnt Detjen. „Gartenarbeit soll Freude machen, ist eine Freizeitaktivität, da sollte auch Zeit sein für ein Schwätzchen mit dem Nachbarn.“
Wo anfangen? Machen Sie den Belastungscheck!
Es gibt viele Möglichkeiten, zu Hause rückenfreundlich zu leben. Doch wo anfangen? Detjen rät zu einem persönlichen Belastungscheck: „Fragen Sie sich: Was mache ich besonders oft und lange? Dort sollten Sie ansetzen.“ Für Menschen, die täglich für die Familie kochen, hat die richtige Arbeitshöhe in der Küche einen weit höheren Stellenwert als für Kantinen-Nutzer. Wer dagegen viel unterwegs ist und sich abends gerne auf dem Sofa erholt, benötigt eher komfortable, ergonomische Sitzmöglichkeiten.
Ergonomische Möbel – geprüfte Qualität mit AGR-Gütesiegel
Rückengerechtes Wohnen bedarf somit nicht unbedingt vieler teurer Anschaffungen. „Wer seine persönlichen Belastungsschwerpunkte kennt, kann dort ansetzen und oft mit minimalem Aufwand eine große Wirkung erzielen“, so Detjen. Gleichzeitig lohnt sich die gezielte Investition in ergonomische Möbel und Alltagsprodukte. Orientierung bietet das AGR-Gütesiegel, das geprüfte Qualität und echte ergonomische Entlastung sicherstellt. Eine Übersicht zertifizierter Produkte aus allen Lebensbereichen gibt es auf www.agr-ev.de/produkte.